Zusammenfassung

Was ein perfektes Spiel ist, ist im Baseball ja klar definiert. Es ist ein Spiel, bei dem ein Team keinen einzigen Gegner auch nur auf die erste Base lässt. Davon zumindest waren wir in Dohren weit entfernt. Zwar schickte Tim Stahlmann die ersten zwei Schlagleute (und bis zur Auswechslung vier weitere) mit Strikeout zurück, aber schon im zweiten Durchgang hatten die Wild Farmers insgesamt drei Runner unterwegs.
Formal war sie demnach überhaupt nicht perfekt. Und dennoch hätte die dritte Viertelfinalpartie kaum besser laufen können. Mit einem in der Höhe durchaus überraschenden 20:0 vollendete unser Team den einzigen Drei-Spiele-Sweep, den es im diesjährigen Halbfinale gab. „Man erwartet so etwas natürlich nicht“, sagte Max Boldt, „aber es ging gut los und wir haben einfach weitergemacht.“ Vom Start weg eröffneten wir die Partie mit fünf Hits nacheinander, und weil die Schläge von Austin Gallagher und Mike Blanke über den Zaun des kurzen Dohrener Outfields flogen, stand es schon vor dem ersten Aus 5:0. „Gute Schläge“ nannte das der Coach, „man weiß nicht, wie weit sie wirklich waren, aber es war keiner dabeim der einfach gerade so über den Zaun gerollt ist.“ Auch auf einem größeren Platz wären sie wohl draußen gewesen.
Trotzdem wurde es im fünften Inning noch einmal kritisch. Denn während das Inning kein Ende fand, begünstigt durch zwei Errors und vier Walks und mit nur drei Hits – Boldts 2-RBI-Double, Timmy Kotowskis RBI-Single und Victor Volls Grand Slam Homerun, dem ersten Bundesliga-Homer des jungen Infielders überhaupt – bis auf Martin Kipphan alle unsere Angreifer scorten, Voll sogar doppelt, während dieser langen Rally wurde das Wetter in Dohren immer schlechter, zerfloss im Dauerregen der Mound, war die Partie vor Volls Homerun für Reparaturen unterbrochen. Und im Falle eines Abbruchs vor Ende des fünften Innigs wäre die 14:0-Führung hinfällig gewesen, es hätte mit 0:0 neu anfangen müssen.
Letztlich ging es gut. Die Defense der Wild Farmers schaffte schließlich beim Stand von 18:0 ihr drittes Aus, unsere Defense reagierte auf den Hit des Shortstops in der unteren Hälfte des Innings mit einem Doubleplay. Damit gab es ein Spiel, das gewertet werden konnte – und weil der Regen nachließ, auch noch zwei Durchgänge, in denen Boldt und Voll mit Smallball-Runs auf 20:0 erhöhten und der 18-jährige Kevin Schnorbach bei seinem Saisondebüt sein fünftes und sechstes Bundesligainning warf, einen Hit abgab, einen Angreifer traf und einen walkte, aber auch einen ausstrikte, einen Assist und ein Putout sammelte, keinen Run zuließ.„Tim hat seine Sache sehr gut gemacht“, urteilte Boldt über seine Pitcher, „Kevin hat seine Sache auch gut gemacht. Das war genau, was wir wollten. Früher hatte Kevin noch seine Probleme mit der Kontrolle, aber das ist besser. Er arbeitet hart an sich selbst, und das zahlt sich aus. Auch er wird in ein paar Jahren, in nicht allzu ferner Zukunft, für die Mannschaft wichtig sein. Insgesamt haben wir verdient gewonnen und gezeigt, dass wir nicht nur ins Halbfinale wollen, sondern da auch hingehören.“
Am Samstag geht es los. Die Heideköpfe kommen nach Mainz und es geht ums Finale. cka / Foto: Georg Hoff