Zusammenfassung
„Bonn hat konsequenter gespielt als wir“, sagte A’s-Coach Ulli Wermuth. „Sie hatten gute Hits, teilweise glückliche Hits, wir haben in knappen Situationen nicht die Leistung hingelegt, die nötig gewesen wäre.“ Es war ein typisches fünftes Spiel: Schlechtes Pitching auf beiden Seiten, eine stabile Defensive, gewonnen hat die Offensive, die mehr aus den Situationen gemacht hat.
Bonn punktete in den ersten beiden Innings. Gut für die Partie, denn der Mainzer Angriff musste jetzt produktiv werden. Prompt lud sich der Bonner Pitcher Moritz Sckaer die Bases mit drei Walks; Julius Spann und Andreas Lastinger brachen die A’s mit zwei Singles in Führung. Die hätte höher sein können; bei einem Aus hatten die A’s in diesem dritten Inning noch zwei Runner auf Base. Bonn glich wiederum aus. Im vierten Inning brachten die A’s wiederum bei zwei Aus Runner auf die erste und dritte Base; in so einer Situation will man Max Boldt am Schlag haben. Anstelle des erhofften Homeruns zum 6:3 schlug der gefährlichste Mainzer Angreifer jedoch den Ball dem Bonner Leftfielder in den Handschuh. „So ist das Spiel“, sagte Wermuth. „Bonn hat die langen Linedrives geschlagen, wir zu viele Flyouts.“ Beim Stand von 3:4 wechselte Wermuth den Pitcher. Daniel Klein kassierte schnell vier weitere Runs. „Er lebt von tiefen Pitches“, erklärte der Coach. „Aber die Schiedsrichter hatten eine Strikezone, die eher die hohen Bälle bevorzugt.“ Das ist kein Vorwurf an die Unparteiischen. „Normal“, sagte Wermuth, „absolut im Rahmen, aber nicht passend für unseren Plan.“Auch Pascal Raab, dem dritten Pitcher, flogen die Hits um die Ohren. Dennoch hatten die A’s auch beim Stand von 3:10 eine große Chance, noch einmal zurückzukommen: Bases loaded, zwei Aus, aber wieder Boldt am Schlag, nach ihm Julius Spann und Andreas Lastinger, drei Mann mit Power – aber ausgerechnet in diesem Moment des sechsten Innings, in dem ein Homerun von Boldt das 7:10, ein beliebiger Hit von Boldt und ein Homerun von Spann sogar das 8:10 hätte bringen können, gab es den ersten Strikeout der gesamten Partie. Weiter 3:10. Noch eine Chance gab es nicht; das siebte Inning wurde schon nicht zu Ende gespielt, weil Bonn auf 13:3 erhöhte und die Ten-Run-Rule die Viertelfinalserie beendete. cka / Fotos: Tanja Szidat